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Shopify mit DATEV verbinden: 4 Wege im Vergleich

Tarik TürkerZahlungsanbieter23.10.20269 Min. Lesezeit
Shopify mit DATEV verbinden: 4 Wege im Vergleich
Inhalt

Kurz gesagt: Shopify hat keinen eingebauten DATEV-Export. Für Shopify-Daten gibt es vier typische Wege nach DATEV: eigene Exporte aus Shopify, eine Export-App aus dem Shopify App Store, den Datenservice von DATEV, der allerdings nur Zahlungen überträgt und keine Erlöse, oder eine E-Commerce-Buchhaltungssoftware, die Bestellungen, Zahlungsanbieter und Auszahlungen abgleicht und daraus Buchungen für DATEV erzeugt. Sie unterscheiden sich darin, welche Daten sie übernehmen und wie viel Vorbereitung bei dir oder deiner Kanzlei bleibt. Ein guter Prüfstein: Lässt sich jede Bankauszahlung am Monatsende bis auf den Cent erklären?

KudTax gehört zur vierten Gruppe. Es verbindet Shopify über eine App, gleicht Bestellungen, Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Auszahlungen KI-gestützt ab und übergibt die Buchungen per DATEV-Datei oder über eine direkte DATEV-Schnittstelle.

Dieser Ratgeber richtet sich an Shopify-Händler in Deutschland und an Kanzleien, die Shopify-Mandanten betreuen. Du erfährst, welche Daten DATEV aus Shopify braucht, was die vier Wege jeweils abdecken und wie du einen Weg prüfst, bevor du dich festlegst.

Was DATEV aus Shopify braucht

„Bestellungen in DATEV bringen“ klingt nach einer einzigen Datei. Tatsächlich besteht ein Shopify-Monat aus drei Datenebenen, und jede landet auf anderen Konten:

EbeneWas dazugehörtWo es herkommt
ErlöseBestellungen mit Steuersatz und Lieferland, Versand, Rabatte, ErstattungenBestellexport oder Shopify-Schnittstelle
GeldflussZahlungen je Zahlungsart, Auszahlungen, Rückbuchungen, ReservenShopify Payments, PayPal und weitere Anbieter getrennt
KostenTransaktionsgebühren, Shopify-Abo, App-RechnungenAuszahlungsdetails und monatliche Rechnungen

Die Erlösseite ist meist schnell erledigt. Schwierig wird es beim Geldfluss. Shopify Payments zahlt Sammelbeträge aus, von denen Gebühren und Erstattungen schon abgezogen sind. PayPal läuft über ein eigenes Konto und zahlt getrennt aus. Bei Vorkasse per Überweisung kommt das Geld direkt aufs Bankkonto. Eine Bankbuchung über 4.812,37 € sagt deiner Kanzlei deshalb nichts darüber, welche Bestellungen darin stecken.

Für eine nachvollziehbare Buchung müssen diese Verbindungen erhalten bleiben: Bestellnummer, Rechnungsnummer, Transaktions-ID, Zahlungsanbieter und Auszahlungsreferenz. Fehlen sie, entsteht am Monatsende ein offener Betrag auf dem Verrechnungskonto, den niemand mehr erklären kann. Wie die Konten dafür aufgebaut sind, beschreibt unser Artikel zur Shopify-Buchhaltung 2026.

Zwei Fälle brauchen außerdem eine eigene Regel. Geschenkkarten sind beim Verkauf je nach Art des Gutscheins noch kein Umsatz; ob Umsatzsteuer beim Verkauf oder erst beim Einlösen entsteht, hängt davon ab, ob es Einzweck- oder Mehrzweck-Gutscheine sind (§ 3 Abs. 13 bis 15 UStG). Und wer mehrere Shops betreibt, braucht pro Shop eindeutige Belegkreise, damit Rechnungsnummern sich nicht überschneiden. Mehr zu Gutscheinen steht im Ratgeber zu Retouren, Chargebacks und Gutscheinen.

Weg 1: Exporte aus Shopify selbst aufbereiten

Shopify liefert die Rohdaten als CSV. Unter Bestellungen findest du den Bestellexport mit Artikeln und Steuersätzen. Im Bereich Finanzen und Auszahlungen lässt sich der Auszahlungsbericht exportieren, der die Geldseite zeigt. Rechnungen für Abo, Apps und Gebühren stellt Shopify im Admin bereit.

Aus diesen Dateien baust du in einer Tabelle einen DATEV-Buchungsstapel oder gibst sie deiner Kanzlei, die das übernimmt. Das kostet keine Lizenz, aber jeden Monat Zeit. Fehleranfällig sind vor allem drei Stellen: Erstattungen, die in einem anderen Monat gezahlt werden als die Bestellung, Auszahlungen, die über den Monatswechsel laufen, und PayPal-Zahlungen, die im Shopify-Auszahlungsbericht gar nicht auftauchen.

Passt für: kleine Shops mit wenigen Bestellungen und einer Zahlungsart. Ab einigen hundert Bestellungen im Monat wird der Abgleich per Tabelle zur Dauerbaustelle.

Weg 2: Export-App aus dem Shopify App Store

Im Shopify App Store gibt es mehrere Apps, die Daten als DATEV-Buchungsstapel ausgeben. Die meisten konzentrieren sich auf einen Teil des Monats:

  • Manche Apps erzeugen aus den Bestellungen und Erstattungen eines Monats einen Buchungsstapel mit einer Buchung je Steuersatz, teils zusammen mit einer OSS-Meldung.
  • Andere zerlegen Shopify-Payments-Auszahlungen in einzelne Transaktionen und buchen Brutto, Gebühr und Erstattung getrennt. Weitere Zahlungsanbieter fehlen dort meist.

Solche Apps sind schnell eingerichtet und günstig. Ihre Grenze liegt dort, wo Daten außerhalb von Shopify Payments entstehen. Wenn ein Teil deiner Kunden mit PayPal zahlt, fehlt dieser Teil im Abgleich, und die Kanzlei bucht ihn weiter von Hand.

Passt für: Shops, die fast nur über Shopify Payments kassieren, und Händler, deren Kanzlei den Zahlungsabgleich ohnehin selbst macht.

Weg 3: DATEV-Datenservice für Shopify-Zahlungen

DATEV bietet selbst den „DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister für Shopify“ an. Wichtig vorab: Der Service überträgt nur die Zahlungstransaktionen aus Shopify. Erlösbuchungen aus deinen Bestellungen, also Umsätze nach Steuersatz und Lieferland, importiert er nicht.

Laut DATEV-Marktplatz macht er aus den Zahlungsdaten Buchungsvorschläge und ordnet die Zahlungen Rechnungsbuchungen zu. Die Vorschläge lassen sich in einer Online-Anwendung sichten und bearbeiten. Laut DATEV kostet er ab 10 € im Monat (Stand 23.10.2026).

Für dich und deine Kanzlei heißt das: Die Erlöse müssen auf einem zweiten Weg nach DATEV kommen, zum Beispiel über eine Export-App oder deine Ausgangsrechnungen. Erst dann gibt es Rechnungsbuchungen, denen der Service die Zahlungen zuordnen kann. DATEV weist außerdem selbst darauf hin, nur zu prüfen, ob die Datei technisch eingelesen werden kann, und nicht, ob die Daten fachlich stimmen.

Passt für: Kanzleien, die die Erlöse schon auf anderem Weg in DATEV buchen und nur noch die Shopify-Zahlungen zuordnen wollen.

Weg 4: E-Commerce-Buchhaltungssoftware mit Zahlungsabgleich

Zur vierten Gruppe gehören Werkzeuge, die Bestellungen aus Shopify und die Zahlungen aus allen angebundenen Zahlungsanbietern holen, beides miteinander und mit der Bankauszahlung abgleichen und daraus Buchungen für DATEV erzeugen. DATEV bleibt dabei das Buchhaltungssystem deiner Kanzlei; die Software liefert ihr die fertigen Buchungen zu. Auf den ersten Blick wirken die Angebote ähnlich. Unterschiede zeigen sich an vier Stellen:

  • Angebundene Zahlungsanbieter: Manche Werkzeuge decken nur Shopify Payments und PayPal ab, andere auch Stripe und weitere Verkaufskanäle wie Amazon oder eBay.
  • Reichweite des Abgleichs: Einige verknüpfen nur Bestellung und Zahlung. Erst wenn auch die Auszahlung dem Bankeingang zugeordnet wird, ist der Monat wirklich abgestimmt.
  • Umgang mit Ausnahmen: Teilerstattungen, Rückbuchungen und Reserven sollten als offene Posten sichtbar bleiben, statt in einer Sammelbuchung zu verschwinden.
  • Weg nach DATEV: als Datei, per API oder über eine direkte DATEV-Schnittstelle.

KudTax verbindet Shopify über eine App und übernimmt Bestellungen, Auszahlungen, Erstattungen, Gebühren und Geschenkkarten, auch aus mehreren Shops. PayPal und Stripe werden direkt angebunden. Die Zuordnung läuft KI-gestützt, die Buchungssätze entstehen nach SKR03 oder SKR04 und gehen per DATEV-Datei oder über eine direkte DATEV-Schnittstelle an die Kanzlei.

Bezahlt wird bei solchen Werkzeugen meist nach Bestellmenge. Vergleiche deshalb mit deinem eigenen Volumen und mit allen Zahlungsarten, die du tatsächlich nutzt.

Passt für: Shops mit mehreren Zahlungsarten, mehreren Shops oder weiteren Marktplätzen neben Shopify, und für Kanzleien, die abgestimmte Daten statt Rohdaten bekommen wollen.

Die vier Wege im Vergleich

Weg 1: Eigene ExporteWeg 2: Export-AppWeg 3: DATEV-DatenserviceWeg 4: E-Commerce-Buchhaltungssoftware
Erlöse aus Bestellungenvon Handjanein, nur Zahlungenja
Shopify-Payments-Auszahlung zerlegtvon Handje nach Appjaja
PayPal und weitere Anbietervon Handmeist nichtneinje nach Anbieter
Abgleich mit dem Bankeingangvon Handseltenin DATEVja
Weg nach DATEVDateiDateidirekt in DATEVDatei, bei manchen Anbietern direkte Schnittstelle
Laufender Aufwandhochmittelmittel, eher in der Kanzleigering, Ausnahmen prüfen

Die Tabelle beschreibt typische Fälle, und die Grenzen sind fließend: Eine Export-App kann auch Teil einer umfangreicheren Lösung sein. Einzelne Apps können mehr oder weniger, deshalb lohnt der Test im nächsten Abschnitt mehr als jede Feature-Liste.

Datei oder direkte Schnittstelle?

Der klassische Weg nach DATEV ist der Buchungsstapel: eine CSV-Datei im DATEV-Format (EXTF), die deine Kanzlei in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen einliest oder die über DATEV Unternehmen online bereitgestellt wird. Das funktioniert mit fast jedem Werkzeug. Der Nachteil: Jemand muss die Datei jeden Monat erzeugen, übertragen und importieren, und Importfehler fallen erst in der Kanzlei auf. Die häufigsten Fehler und ihre Lösung sammelt die Checkliste zu DATEV-Importfehlern.

Eine direkte DATEV-Schnittstelle überträgt die Buchungen ohne Dateiversand. Das spart Handgriffe und macht Übertragungsfehler seltener. Frag vor der Entscheidung deine Kanzlei, welchen Weg sie bevorzugt. Manche Kanzleien wollen jede Datei vor dem Import sehen, andere möchten möglichst wenig manuell bewegen. Was eine gute DATEV-Datei für Onlinehändler enthalten sollte, erklärt unser Artikel zum DATEV-Export für Onlinehändler.

So prüfst du einen Weg, bevor du dich festlegst

Feature-Listen sehen bei allen Anbietern ähnlich aus. Ein echter Monat zeigt die Unterschiede. Nimm dir einen abgeschlossenen Monat vor und arbeite diese Schritte ab:

  1. Eine Auszahlung auf den Cent auflösen. Wähle eine Shopify-Payments-Auszahlung mit mindestens einer Erstattung. Ergibt die Summe aus Zahlungen, Gebühren und Erstattungen exakt den Bankeingang?
  2. PayPal getrennt prüfen. Tauchen alle PayPal-Zahlungen, Erstattungen und Gebühren des Monats auf? Nicht jede Zahlung ist schon auf dein Bankkonto ausgezahlt: Was noch im PayPal-Konto liegt, muss als Guthaben nachvollziehbar stehen bleiben.
  3. Monatswechsel testen. Eine Bestellung vom 30. mit Auszahlung am 2. des Folgemonats muss sauber über das Verrechnungskonto laufen.
  4. Sonderfälle durchspielen. Eine Geschenkkarte, eine Teilerstattung, eine Rückbuchung, eine Lieferung ins EU-Ausland. Wie werden sie gebucht?
  5. Die Datei einmal importieren. Lass deine Kanzlei den Testmonat in DATEV einlesen. Einen ersten Formatcheck kannst du vorher mit unserem kostenlosen DATEV-Export-Prüfer machen.
  6. Das Verrechnungskonto ansehen. Am Monatsende sollte nur übrig bleiben, was sich erklären lässt: Auszahlungen unterwegs, Reserven oder noch nicht ausgezahltes PayPal-Guthaben.

Besteht der Ablauf diese Prüfungen, habt ihr eine belastbare Grundlage für die regelmäßige Datenübergabe. Die fachliche Prüfung und der Monatsabschluss bleiben bei deiner Buchhaltung oder Kanzlei. Scheitert der Ablauf schon an Schritt 2, wird die Kanzlei weiter nacharbeiten, egal wie gut der Rest aussieht. Allgemeine Kriterien für die Auswahl stehen in unserem Ratgeber E-Commerce-Buchhaltungssoftware auswählen.

Shopify und DATEV mit KudTax verbinden

Mit KudTax verbindest du Shopify über eine App, ohne Entwickler. KudTax liest Bestellungen, Auszahlungen, Erstattungen, Gebühren und Geschenkkarten, auf Wunsch aus mehreren Shops in einem Konto. PayPal, Stripe und weitere Kanäle wie Amazon oder eBay bindest du dazu. Jede Auszahlung wird KI-gestützt den enthaltenen Zahlungen, Gebühren und Erstattungen zugeordnet; was nicht aufgeht, bleibt als offene Differenz sichtbar. Daraus entstehen Buchungssätze nach SKR03 oder SKR04, die per DATEV-Datei oder über die direkte DATEV-Schnittstelle bei deiner Kanzlei ankommen. Abschluss und Steuererklärungen bleiben bei dir oder deiner Kanzlei. Details zur Anbindung zeigt die Seite zur Shopify-Integration.

Bis 25 Bestellungen im Monat nutzt du KudTax kostenlos, größere Tarife kannst du einen Monat kostenlos testen: Konto erstellen. Willst du KudTax lieber zuerst mit Beispieldaten ansehen, fordere einen Demo-Zugang an.

Häufige Fragen

Hat Shopify einen eingebauten DATEV-Export?

Nein. Shopify liefert Bestell- und Auszahlungsdaten als CSV, aber keinen Buchungsstapel im DATEV-Format. Dafür brauchst du eine App, den DATEV-Datenservice oder eine E-Commerce-Buchhaltungssoftware, oder deine Kanzlei bereitet die Exporte selbst auf.

Wie bekomme ich Shopify-Auszahlungen in DATEV?

Die Auszahlung selbst ist nur eine Umbuchung vom Shopify-Verrechnungskonto auf die Bank. Damit DATEV sie versteht, muss die Auszahlung in ihre Bestandteile zerlegt werden: Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Rückbuchungen. Das leisten Export-Apps für Shopify Payments, der DATEV-Datenservice und E-Commerce-Buchhaltungssoftwareen.

Reicht eine Shopify-App für den DATEV-Export?

Wenn du fast nur über Shopify Payments kassierst, oft ja. Nutzt du zusätzlich PayPal oder Vorkasse oder verkaufst auch auf Marktplätzen, deckt eine reine Export-App nur einen Teil ab. Prüfe das mit einer echten Auszahlung, bevor du dich festlegst.

Was brauche ich für Shopify und DATEV, wenn ich PayPal nutze?

PayPal zahlt getrennt von Shopify aus und braucht ein eigenes Verrechnungskonto. Der Weg nach DATEV muss PayPal-Zahlungen deshalb direkt von PayPal holen und den Shopify-Bestellungen zuordnen. Wie du PayPal buchst, erklärt unser Ratgeber zu Zahlungsanbietern in der Buchhaltung.

Kann meine Kanzlei Shopify-Daten direkt in DATEV übernehmen?

Ja, auf zwei Arten: als Buchungsstapel-Datei, die sie in DATEV einliest, oder über einen Dienst mit direkter DATEV-Schnittstelle. Welche Variante deine Kanzlei bevorzugt, klärst du am besten vor der Auswahl des Werkzeugs.

Wie es weitergeht

Welcher Weg zu deinem Shop passt, zeigt ein Testmonat: KudTax gleicht Shopify, PayPal und Stripe ab und übergibt die Buchungen an DATEV.

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